Pflegegehälter 2025 – Bundesweite Tendenz und regionale Beispiele

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Reiner Henrich
Über den Autor:
Reiner Henrich ist ein erfahrener Berater und Geschäftsführer in der Pflegebranche.
Die aktuellen AOK-Tabellen zu den regional üblichen Entlohnungsniveaus zeigen deutlich: In vielen Bundesländern liegen die Pflegelöhne 2025 höher als im Vorjahr. Wir ordnen die aktuellen Werte ein und zeigen anhand ausgewählter Beispiele, wie sich das Bild in der Praxis darstellt.
Beispiel Bremen: deutliche Anstiege in allen Gruppen
In Bremen liegt das Entlohnungsniveau 2025 spürbar über den Vorjahreswerten.
- Pflegeassistenzpersonal: 22,03 €/h (2024: 19,31 €/h)
- Fachpersonal: 27,07 €/h (2024: 23,84 €/h)
- Hilfspersonal: 20,60 €/h (2024: 17,95 €/h)
- Durchschnitt im Land: 23,48 €/h (2024: 20,46 €/h)
Diese Zahlen zeigen, wie kräftig die aktuellen Tabellenwerte in einzelnen Ländern zugelegt haben.
Einordnung auf Bundesebene
Zur Orientierung berichten aktuelle Meldungen für 2025 von einem bundesweiten Durchschnittsplus von rund 5 Prozent. Einzelne Länder mit zweistelligen Zuwächsen liegen damit deutlich über dem Mittelwert. Andere bewegen sich näher am Durchschnitt. So wird die Relation zwischen regionalen Entwicklungen und Gesamtbild besser sichtbar.
Vergleich der regional üblichen Entlohnungsniveaus in der Pflege (2024 → 2025)
| Bundesland | Hilfspersonal 2024 | Hilfspersonal 2025 | Pflegeassistenz 2024 | Pflegeassistenz 2025 | Fachpersonal 2024 | Fachpersonal 2025 |
| Baden-Württemberg | 19,69 €/h | 20,37 €/h | 22,03 €/h | 22,82 €/h | 26,51 €/h | 27,28 €/h |
| Bayern | 19,04 €/h | 20,01 €/h | 21,35 €/h | 22,25 €/h | 25,76 €/h | 26,83 €/h |
| Berlin | 18,98 €/h | 20,51 €/h | 19,75 €/h | 21,97 €/h | 25,45 €/h | 27,42 €/h |
| Brandenburg | 18,59 €/h | 20,13 €/h | 19,84 €/h | 21,68 €/h | 25,37 €/h | 26,87 €/h |
| Bremen | 17,95 €/h | 20,60 €/h | 19,31 €/h | 22,03 €/h | 23,84 €/h | 27,07 €/h |
| Hamburg | 19,54 €/h | 20,77 €/h | 22,14 €/h | 23,33 €/h | 26,66 €/h | 27,89 €/h |
| Hessen | 18,91 €/h | 20,15 €/h | 20,02 €/h | 21,85 €/h | 25,30 €/h | 26,63 €/h |
| Mecklenburg-Vorpommern | 18,33 €/h | 19,51 €/h | 19,61 €/h | 21,44 €/h | 24,67 €/h | 26,03 €/h |
| Niedersachsen | 19,17 €/h | 20,23 €/h | 21,44 €/h | 22,16 €/h | 25,62 €/h | 26,68 €/h |
| Nordrhein-Westfalen | 19,77 €/h | 20,53 €/h | 22,61 €/h | 23,47 €/h | 26,56 €/h | 27,40 €/h |
| Rheinland-Pfalz | 19,29 €/h | 20,11 €/h | 21,85 €/h | 22,57 €/h | 26,26 €/h | 27,25 €/h |
| Saarland | 18,83 €/h | 20,07 €/h | 21,74 €/h | 23,24 €/h | 25,75 €/h | 27,23 €/h |
| Sachsen | 18,72 €/h | 20,30 €/h | 19,97 €/h | 21,72 €/h | 24,35 €/h | 26,35 €/h |
| Sachsen-Anhalt | 19,04 €/h | 20,33 €/h | 20,64 €/h | 22,30 €/h | 25,30 €/h | 26,87 €/h |
| Schleswig-Holstein | 19,18 €/h | 20,45 €/h | 20,70 €/h | 22,27 €/h | 26,01 €/h | 27,34 €/h |
| Thüringen | 18,53 €/h | 19,61 €/h | 19,27 €/h | 21,15 €/h | 24,70 €/h | 26,30 €/h |
Zentrale Erkenntnisse:
- Stärkste Zuwächse bei Fachpersonal in Brandenburg, Bremen und Sachsen (über 12 %).
- Moderate Anstiege in westdeutschen Flächenländern (Bayern, NRW, Rheinland-Pfalz, Hessen).
- Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit blieben nahezu unverändert.
- Ost-West-Unterschiede bestehen weiter, nähern sich aber langsam an.
Was das im Alltag bedeutet
Höhere Tabellenwerte sind ein wichtiges Signal für die Attraktivität der Pflegeberufe. Gleichzeitig steigen damit die Personalkosten in den Diensten. Da die Refinanzierung durch Kostenträger nicht immer im gleichen Tempo angepasst wird, geraten Einrichtungen in einen Balanceakt: Versorgungsqualität sichern und wirtschaftlich stabil bleiben.
In der Praxis kann das dazu führen, dass die verfügbare Zeit pro Patient knapper wird – obwohl die Pflegekräfte selbst von den Verbesserungen profitieren.
Zuschläge bleiben stabil
Bei typischen Zuschlägen für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit zeigen die aktuellen Tabellen weitgehend stabile Werte. In Bremen liegt der Nachtzuschlag beispielsweise weiterhin bei 21 %, der Sonntagszuschlag bei 27 %. Die großen Veränderungen finden also in der Grundvergütung statt – nicht bei den Zuschlägen.
Fazit
Die AOK-Tabellen 2025 zeigen eine deutliche Aufwertung der Pflegegehälter. Das ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Anerkennung und Attraktivität. Damit dieser Trend nachhaltig wirkt, braucht es jedoch verlässliche Strukturen, die wirtschaftliche Stabilität und Versorgungsqualität gleichermaßen sichern.
So werden höhere Löhne nicht nur ein Signal der Wertschätzung, sondern auch ein Fundament für bessere Pflege.
Die Pflegedienstprofis:
Wir begleiten Pflegedienste dabei, Veränderungen wie diese realistisch einzuordnen und strategisch umzusetzen – mit Fachwissen, Erfahrung und dem Blick fürs Ganze.
