Telematik in der Pflege

Die Zukunft in der Pflege wird digital. Darüber sind sich alle einig. Wie die genaue Umsetzung aussehen soll und wer die Kosten tragen wird, ist aber noch unklar. In manchen Bundesländern sehen die Rahmenverträge noch nicht einmal die Möglichkeit zur digitalen Dokumentation vor. Doch nach dem Willen der Bundesregierung, soll nun Tempo gemacht werden. Das Zauberwort heißt „Telematikinfrastruktur (TI)“.

Aber was heißt das überhaupt? TI soll die Datenautobahn im Gesundheitswesen werden und alle Akteure wie Pflegedienste, Ärzte, Krankhäuser und nicht zuletzt den Patienten miteinander vernetzen. Dabei ist Telematik eine Wortschöpfung aus Telekommunikation und Informatik. Man kann sich die TI wie eine Plattform vorstellen, die verschiedene Möglichkeiten bietet. So wie man das von seinem Smartphone kennt. Man geht in einen App Store und lädt sich
die Anwendung herunter, die man benötigt. Den Anfang in der TI macht die KIM (Kommunikation im Medizinwesen) als erste Anwendung. Sie steht auch Pflegediensten zur Verfügung und ermöglicht die Kommunikation, z. B. mit Ärzten, ohne Umwege. Dank Verschlüsselung und hohen Datenschutzstandards können so problemlos Patientendaten ausgetauscht werden. Sie ersetzt somit das gute alte Fax.

Die Zukunft sieht viele große Möglichkeiten, bzw. Anwendungen vor. Vom Medikamentenplan bis hin zum Leistungsnachweis soll in Zukunft alles über die
Datenautobahn laufen, wenn es nach dem Willen der Gematik, dem Betreiber der Bundesregierung, geht. (www.gematik.de)

Neben den technischen Herausforderungen, die alle Beteiligten stemmen müssen, dürfte aber zu Anfang besonders eines eine Hürde sein – in der Moderne wie in der Antike: das „Henne-Ei-Problem“. Ärzte und Apotheken sind seit zwei Jahren an die TI angeschlossen und eRezept und eAU sind mehrfach verschoben. Verständlicherweise stellt sich für einen Pflegedienst die Frage: Wieso bei etwas mitmachen, wo keiner mitmachen will? Sicher hat diese Frage ihre Berechtigung. Aber wie in der Antike, bedarf es Pioniere, damit es zu einer Veränderung kommt. Vielleicht sind es dieses Mal die Pflegedienste, die bei der Telematik durch Pioniergeist einen Fortschritt schaffen. Ein Argument dafür ist in jedem Fall die Tatsache, dass alle primären Kosten für Anschaffung und Unterhalt vom GKV refinanziert werden.

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Martin Balschun

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