Expertenstandard „Förderung der Mundgesundheit in der Pflege“ liegt jetzt zur Umsetzung in Pflegeinrichtungen vor.

Das Deutsche Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege hat in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Alterszahnmedizin und der Arbeitsgemeinschaft Zahnmedizin für Menschen mit Behinderung oder besonderem medizinischem Unterstützungsbedarf einen neuen Expertenstandard zur „Förderung der Mundgesundheit in der Pflege“ entwickelt.

Menschen mit pflegerischem Unterstützungsbedarf haben zunehmend mehr eigene Zähne oder tragen technisch aufwendigen Zahnersatz. Die Zeitvorgaben für pflegerische Maßnahmen sind knapp bemessen und die Mundhygiene gerät bis heute in der Pflege oft ins in den Hintergrund. Bislang gab es in Deutschland keine bundesweit einheitlichen, wissenschaftlich fundierten, orientierenden Vorgaben für die Durchführung der Mundpflege bei Menschen mit pflegerischem Unterstützungsbedarf. Nun – nach über zweijähriger Arbeit, wurde der Standard entwickelt und steht nun Einrichtungen im Gesundheitswesen zur Umsetzung zur Verfügung.

Der Expertenstandard beschreibt den Einfluss der Mundgesundheit auf Allgemeinerkrankungen, aber auch im Umkehrschluss, welche Auswirkungen eine ungenügende Mundpflege auf die Betroffen haben. Darüber hinaus werden Handlungsempfehlungen bezüglich kognitiven oder mobilitätsbedingten Einschränkungen, onkologische sowie intensivpflichtige Patienten, oder Menschen, die viele Medikamente einnehmen müssen, aber auch Risikofaktoren, wie unzureichende Mundhygiene, Mundtrockenheit, Mundgeruch, Kauprobleme, Polypharmazie, Rauchen und Beatmung gegeben.

Zudem werden Hinweise zum Erkennen konkreter Probleme im Mund, zum Beispiel Schwellungen, Schmerzen, abwehrendes Verhalten, Beläge an Zähnen und Prothesen, Zahnfleischbluten, gelockerte Zähne, scharfe Zahnkanten, Druckstellen, Schleimhautentzündungen beziehungsweise sonstigen Erkrankungen der Schleimhäute gegeben.

Es geht darum Ressourcen, Vorlieben und Abneigungen des Menschen mit pflegerischem Unterstützungsbedarf im Blick zu haben, um ein höchstmögliches Maß an Selbstständigkeit zu erreichen. Ist dies trotz aller Bemühungen nicht möglich, stehen neben der korrekten Anwendung der bedarfsgerechten Pflegemittel, vor allem eine ergonomische Arbeitshaltung und die Vermeidung von Aspiration im Vordergrund. Dafür wurden detaillierte Empfehlungen ausgearbeitet. Bevorzugt wird die Mundpflege bei in sitzender Position am Waschbecken im Bad. Es werden aber auch alternative Handhabungen bis hin zur Durchführung der Mundpflege am Bett sowie Maßnahmen bei abwehrendem Verhalten beschrieben.

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