Demenznetzwerke – Wie hilfreich sind sie für die Erkrankten?

Unter einer Demenz versteht man aus medizinischer Sicht eine Erkrankung, in deren Verlauf kognitive und geistige Fähigkeiten des Betroffenen zunehmend abbauen. Im alltäglichen Leben bedeutet das für die meisten Menschen, die darunter leiden, dass sie ihr Leben nicht mehr selbstbestimmt und unabhängig oder auch nicht mehr so intensiv leben können wie zuvor.

Genau aus diesem Grund hat die Bundesregierung Deutschland bereits zwischen 2012 und 2018 das Programm „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ ins Leben gerufen. Dabei wurden 500 Netzwerke, die Menschen mit Demenzunterstützen und deren selbstbestimmtesLeben sowie auch deren sozialesLeben mit den Angehörigen fördern, finanziell entlastet. Dazu gehören Arztpraxen und Krankenhäuser, Kirchen, Kommunen und Selbsthilfeorganisationen, Kultureinrichtungen, sowie Sport-oder Bildungsinstitutionen. Von den Beteiligten am Programm bieten über 70% ihre Angebote immer noch an und haben diese auch weiterentwickelt. Das Programm wird momentan evaluiert und soll auch in ländlicheren und strukturärmeren Regionen ausgebaut werden. Ebenso wird die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen die Netzwerkpartner unterstützen,umgemeinsam auf die Wünsche und den Bedarf der Betroffenen optimal einzugehen. Auch wurden gemeinsame Ziele mit den Angehörigen festgesetzt, um bestmöglich unterstützen zu können.

Für die in Anlehnung daran entwickelte Nationale Demenzstrategie (NDS) der Bundesrepublik Deutschland,ist die Teilhabe der Erkrankten als oberstes Ziel verankert. Bei Betroffenen rückt die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und auch die Teilhabe am eigenen Leben, mit zunehmendem Krankheitsverlauf immer mehr in den Hintergrund, da der Geist zunehmendversagt. Damit die Teilhabe immer gerecht gestaltet werden kann, muss das Netzwerk für die Menschen mit Demenzimmer verbessert, bearbeitet und individuell angepasst werden. Teilhabe sieht in den verschiedenen Stufen der Krankheit unterschiedlich aus-die Betroffenensollen ihr Leben so lange wie möglich frei und unabhängig führen können, wobei sie meist später die Unterstützung ihrer Angehörigen benötigen. Entweder ist als Teilhabe zu definieren, Hobbys so lange wie möglich auszuführen oder das Haus/Wohnung noch selbst zu putzen,oderim späteren Krankheitsverlauf dann so gut es geht am sozialen Leben der Familie teilzunehmen.

Wie das Programm der Bundesregierung zeigt, ist die Erkrankung in der Gesellschaft noch nicht genug anerkannt und in gewisser Weise ein zugroßes Tabu. Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz sollenalso dafür sorgen, diese Menschen in die Gesellschaft besser einzubinden.

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Ansprechpartner

Reiner Henrich

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