Ökologische Gerontologie

Wenn Sie ein Pflegeheim betreten, dann fallen als erstes eventuelle bunte Wände oder die großen und weiten Räume auf, die sehr gemütlich gestaltet sind. In einem Kindergarten sind ebenfalls viele farbenfrohe Strukturen und ganz viele Bilder bemerkbar. Typisch für einen Kindergarten sind die minimalistischen Waschbecken oder tiefhängenden Kleiderhaken. Mit diesem Phänomen, dass die Räume und Umgebung der älteren Bezugsgruppe angepasst sind, befasst sich u.a. die ökologische Gerontologie. 

Die Pflegeheime sind räumlich immer für ältere Menschen konzipiert, damit diese sich dort wohlfühlen. Es ist nämlich durch jene Wissenschaft erwiesen, dass die Räume und die Umgebung der Menschen deren Lebensqualität und auch das Altern erheblich fördern oder einschränken. Man sollte sich also immer bei der Planung und Gestaltung der Pflegeeinrichtungen die Frage stellen, ob die Umgebung für das Altern geeignet ist. Architekten achten bei der Gestaltung der Gebäude bereits darauf, beispielsweise weite und offene Räume zu planen, um den Bewohnern und Bewohnerinnen das Gefühl geben zu können, dass sie sehr willkommen sind und sich wie zu Hause fühlen können. Aber bei diesem sog. „Mapping Age“, also der Technik, die Denkweise über ältere Menschen und Raum neu zu bedenken und in einen neuen und klareren Zusammenhang zu bringen, sind nicht nur die materiellen Räume gemeint, sondern auch die subjektive Umgebung der Menschen. Die ältere Generation ist nur so alt, wie sie sich fühlt und die wohnliche Umgebung kann Menschen jünger oder älter machen, genauso wie Pflegefachkräfte die Älteren sich jünger oder älter fühlen lassen können, bspw. indem sie möglichst autonom bleiben können oder eben nicht. Die Wohnräume können, je nachdem wie sie gestaltet wurden, darüber entscheiden, ob die Menschen am kulturellen und sozialen Leben teilhaben können, was die Umgebung zu einem zentralen Teil ihres Seins machen und damit entscheidend zu einem gelingenden Altersprozess beitragen können. Zudem hängt die Gestaltung dieser wohnlichen Umwelt von einigen Faktoren ab, wie Heimmindestbauvorschriften, Architekten oder auch Konstrukteuren oder Entwicklern der pflegerischen Hilfsmittel, wie Pflegebetten. Die meisten der Zuständigen haben zusätzlich noch ein festgefahrenes, inkorrektes Bild über die älteren Mitmenschen und somit ist die Umgebung für das Altern oftmals nicht optimal ausgestattet. Also sollten Sie immer die verschiedenen Faktoren im Auge behalten und evtl. beeinflussen, so dass die Umgebung zu einem gelingenden Altersprozess beitragen kann. 

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Ansprechpartner

Reiner Henrich

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