Messenger-Dienste im medizinischen Bereich

Wir berichteten in einem vorherigen Blogbeitrag von dem Ergebnis der Konferenz der unabhängigen Datenschutzaufsichtsbehörden des Bundes und der Länder, die in einem Whitepaper die technische Datenschutzanforderungen an Messenger-Dienste im medizinischen Bereich beschreiben.

Die Messenger Siilo und stashcat hatten wir uns für den Gesundheitsbereich näher angeschaut. Siilo haben wir Ihnen im vorangegangenen Beitrag über Messenger für den medizinischen Bereich vorgestellt. In diesem Beitrag geht es um den Messenger stashcat

stashcat ist ein deutscher Instant-Messaging-Dienst der stashcat GmbH aus Hannover. Der Messenger richtet sich ausschließlich an Unternehmen und Behörden, eine private Nutzung ist nicht möglich und verboten. Der wichtigste Unterschied zu allen anderen Messengern ist, dass stashcat sich immer auf eine Kommunikation innerhalb einer Organisation bezieht, also ein Krankenhaus, einen Pflegedienst aber auch eine einzelne Abteilung. Eine Kommunikation mit beliebigen Ansprechpartnern, wie beispielsweise bei Siilo, ist nicht vorgesehen.

Es gibt eine Channel-Funktion, mit der sich Gruppen oder Teams, z.B. das Pflegeteam in einem Pflegedienst, austauschen können. In den Einzelchats kann man mit mehreren Personen gleichzeitig kommunizieren, aber entgegen der üblichen Gruppenchats, kann nach dem Start einer Unterhaltung niemand mehr in den Chat aufgenommen werden. Zudem bietet stashcat über eine Dateiablage, ein Umfragetool und einen Kalender.

stashcat benötigt keinen Einsatz von Telefonnummern. Auch die erste Anmeldung des Administrators verlangt nach keiner Telefonnummer, eine E-Mail-Adresse reicht aus. Nach der Erstregistrierung kann der Administrator neue Nutzer einladen. Die Einladung erfolgt per Registrierungsschlüssel und Selbstregistrierung durch den Nutzer oder über die Erstellung eines Nutzeraccounts in dem Verwaltungsbereich und der Zurverfügungstellung eines Registrierungsschreibens oder einer Registrierungs-E-Mail.

Wie Siilo, verfügt auch stashcat über eine Kamera-Funktion deren Videos und Bilder ausschließlich in der App gespeichert werden. Eine Synchronisierung mit der Foto-App des Endgerätes erfolgt nicht. Die Bilder aus der App und Sprachaufzeichnungen werden nicht unter den normalen Fotos des Handys auffindbar sein und in keiner Cloud landen. Im Gegensatz zu Siilo gibt es bei stashcat keine Bildbearbeitungsfunktion (z.B. zum unkenntlich machen von Gesichtern).

stashcat bietet an, auf mobilen Geräten und auch als Webclientversion betrieben zu werden. Alle Funktionen sind sowohl mobil als auch am Computer nutzbar. Hierzu verbleiben die Daten auf dem Server. Mitglieder, die neu zu einem Chat hinzukommen, können im Verlauf zeitlich zurück lesen. So auch Nachrichten, die vor ihrem Beitritt in der Gruppe geschrieben wurden. Das macht es z.B. bei Wunddokumentationen nicht mehr erforderlich, dass Bilder erneut geteilt werden müssen.

stashcat enthält keine Abweichungen zum Whitepaper der Datenschutzaufsichtsbehörden. Die interne Verwaltung ist einfach, es ist individuell konfigurierbar und kann auch on Premise betrieben werden. In Bezug auf Datenschutz und Gruppenfunktion liegt stashcat unserer Meinung nach in Führung, Siilo erscheint etwas universeller im Funktionsumfang.

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Ansprechpartner

 Arne Schlick

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